Annette Wieners: Kaninchenherz

Verlag: List Taschenbuchverlag (8. Juni 2015)
Seitenzahl: 352
ISBN: 13-978-3548612584


Gesine Cordes führt seit dem unaufgeklärten, tragischen Todes ihres Sohnes vor zehn Jahren ein anderes Leben. Früher erfolgreiche Kriminalkommissarin ist sie heute Friedhofsgärtnerin und lebt zurückgezogen in einem Wohnwagen auf dem Hof eines befreundeten Bauern. Als Gesine eines Tages die Kränze für eine Beerdigung in die Friedhofskapelle liefert, holt sie ihr früheres Leben wieder ein. Ihre Schwester Mareike wird an diesem Tag beerdigt und damit jene Person, die Gesine für den Tod ihres Sohnes verantwortlich macht. Obwohl Gesine und Mareike seit  Jahren keinen Kontakt mehr miteinander hatten, wird Gesine schnell verdächtigt, für den mysteriösen Tod ihrer Schwester verantwortlich zu sein. Kann Gesine den Tod ihrer Schwester aufklären? Und in wie weit ist der Tod von Mareike mit dem ihres Sohnes vor zehn Jahren verstrickt?

Das wunderbare Cover des Buches verspricht ein düsteren Kriminalroman, doch düster oder grausam ist Kaninchenherz nicht. Vielmehr ist es ein Roman über einen schweren Schicksalsschlag, der eine ganze Familie zerstört hat. Selbst der Tod von Mareike scheint die zerrüttete Beziehung zwischen Gesine und ihren Eltern nicht stabilisieren zu können. Auch das erste Treffen von Gesine und Juan – Mareikes Mann – und ihren Zwillingen steht vor keinem guten Stern.

Der Roman wird auf zwei Ebenen erzählt. Die Haupthandlung, die sich nach dem Tod von Mareike abspielt, wird immer wieder durch kurze Kapitel aus der Zeit nach dem Tod von Gesines Sohn unterbrochen. Diese kurzen Kapitel tragen nicht zur Aufklärung der Kriminalfälle bei, jedoch gibt es den Lesern die Möglichkeit, den Zerfall von Gesines Familie hautnah zu erleben. Die Sprache, die Annette Wieners für Ihren Roman gewählt hat, liest sich schnell und flüssig. Das Ende des Romans war für mich jedoch schwerer zu verdauen. Ich hätte mir gewünscht, dass ich am Ende sowohl den Tod von Mareike, als auch den Tod ihres Neffen nachvollziehen kann. Doch bis zum Schluss bleiben Fragezeichen. Warum hat Gesine nach dem Tod ihres Sohnes die Nachforschungen so schnell aufgegeben? Warum wusste Juan so wenig über das, was Mareike in der Zeit vor ihrem Tod so stark beschäftigte? Und warum schweigt eine Familie lieber, als miteinander die Trauer dieser schweren Verluste zu bewältigen?

Kaninchenherz ist der erste Roman von Annette Wieners und der Startschuss für eine Krimi-Reihe rund um die Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes. Durch die Ankündigung einer Fortsetzung wird auch das Ende ertragbar, wahrscheinlich sind die offenen Fragen sogar gewollt. Ich werde auch zum nächsten Gesine Cordes-Krimi greifen, weil Kaninchenherz viel Potenzial für die Entwicklung der einzelnen Figuren verspricht.

Quelle Foto: Ullstein Buchverlage

Gelesen im Juli

Hi! Ich bins. Und ich gelobe dem Buchblogger-Universum Besserung.

Mein alter, treuer Laptop ist in der letzten Zeit immer wehleidiger geworden. Dreißig Minuten um überhaupt hochzufahren war gar nichts. Geduld, euch hier ein bisschen über Gelesenes zu erzählen hatte ich daher wenig. Umso mehr freue ich mich, nun einen neuen, blitzschnellen Laptop zu haben. Ich bin höchst motiviert, mich hier wieder etwas öfter blicken zu lassen.

Mit dem Lesen ist das zurzeit auch so eine Sache. Irgendwie finde ich einfach nicht die Bücher, die mich richtig fesseln. Beruflich gehts gerade rund, und die Bahn ist in letzter Zeit so voll und laut, dass ich lieber nachschaue, was bei euch auf Twitter so läuft, anstatt meinen Kindle in die Hand zu nehmen. Da kann es durchaus sein, dass ich für ein Buch viermal so lange brauche, als ich es sonst von mir gewöhnt bin. Voller Hoffnung habe ich vor einigen Tagen zu Zero von Marc Elsberg gegriffen, da mir Blackout so gut gefallen hat. Nach knapp fünfzig Seiten hat mich die Geschichte noch nicht gepackt, aber einige Seiten liegen ja noch vor mir.

Nun schauen wir aber erst einmal auf die magere Seiten-Ausbeute vom Juli.

Zu Ende gelesen

  1. The Cuckoo’s Calling von Robert Galbraith

Highlight des Monats

Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.
Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden.  (Quelle)

Gelesen

Ø gelesene Seiten pro Tag:         18 (20)

gelesene Seiten im Juni:             552 (602)

gelesene Seiten 2015:                  3391

gelesene Bücher 2015:                 10 (9)

So wird der August

Ok, vielleicht ist es am 28. eines Monats bereits etwas spät, um genau diesen Monat vorherzusagen. Ihr erspare es euch und teile euch dann lieber nächsten Dienstag mit, wie der August wirklich für mich verlaufen ist.

Einige Tage waren in Hamburg schon richtig herbstlich. Freut Ihr euch auf den Herbst? Habt Ihr Buchtipps, die perfekt zu einer Tasse Tee und Kuschelsocken passen?