Anthony Marra: Die niedrigen Himmel

Die niedrigen Himmel von Anthny Marra SuhrkampOriginaltitel: A Constellation of Vital Phenomena
Verlag: Suhrkamp Verlag (17. Februar 2014)
Seitenzahl: 489
ISBN: 978-3-518-42427-8


Als der Vater der 8-jährigen Hawah von den Föderalen verschleppt und das Zuhause verbrannt wird, rettet ihr Nachbar Achmed das Leben des kleinen Mädchens.  Es ist 2004 und Tschetschenien erlebt den zweiten Krieg. Häuser werden verbrannt und Menschen verschwinden. Es ist klar, dass Hawah in ihrem kleinen Dorf im Nordkaukasus nicht mehr sicher ist. Achmed bringt Hawah zu Sonja, der einzigen Ärztin im einzigen Krankenhaus der Umgebung, doch Sonja nimmt das Mädchen nur widerwillig auf. Sie selber ist auf der Suche nach ihrer Schwester Natascha. Das Leben ist nicht leicht, und sie alle kämpfen täglich nicht nur ums reine Überleben.

Anthony Marra, Jahrgang ’84, beschreibt, welche Wunden der Krieg in Tschetschenien auf den Menschen hinterlassen hat und welchen Einfluss dieser Krieg auf das Leben der Menschen ausübt. Dabei beschreibt Marra die Personen, Orte und Handlungen poetisch und in seitenlangen Sätzen, ohne dabei an Klarheit und Ausdrucksstärke zu verlieren.

Die Handlung von Die niedrigen Himmel umfasst nur fünf Tage des Jahres 2004, doch in diesen fünf Tagen lernt der Leser das Schicksal der Protagonisten bis ins Detail kennen. Durch die Erinnerung dieser Menschen wird ihre eigene Geschichte erzählt. Sie reichen zurück bis ins Jahr 1994 – Dem Jahr, in dem der erste tschetschenische Krieg begann.  Der Autor vergisst bei all den Trümmern nicht seinen Humor uns setzt diesen präzise an den richtigen Stellen des Romans ein. Manchmal darf der Leser sogar einen winzigen Blick in die Zukunft werfen.

Marra erzählt von einer Welt, in der nichts sicher ist. Die uns so fern ist und dennoch erschreckend nah. Es geht um Verrat und um Vertrauen, aber auch um das Vergessen und die Erinnerung an jene Menschen, die aufgrund der Grausamkeit anderer Menschen gehen mussten.

Das Buch nimmt einen mit. Ich habe dank des fiktiven, aber gut recherchierten Romans von Anthony Marra einen guten Einblick in die Geschichte eines Landes erhalten, das mir zuvor viel zu fremd war. Eine Leseempfehlung!

Quelle Foto: Suhrkamp Verlag

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