Michael Weins: Delfinarium

Verlag: Mairisch Verlag (1. April 2009)
Seitenzahl: 216
ISBN: 3938539119


Daniel Martin weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Die Schule ist schon etwas her, aber er wohnt weiterhin mit seinem Vater im Alten Land und hält sich mit Nebenjobs über Wasser. Außerdem schläft er mit Petra, einer politisch engagierten Pastorentochter, die aber nur eine sehr gute und nicht seine Freundin ist. In seinem neuen Job soll Daniel auf Susann aufpassen. Susann ist deutlich älter als Daniel und seit einem Unfall steckt sie in einer anderen Welt fest. Sie spricht nicht, und nur im Delfinarium scheint sie glücklich zu sein. Daniel fühlt sich zu Susann hingezogen. Doch dann taucht plötzlich ein Fremder auf, der behauptet, Susann sei eigentlich seine Frau Marie. Daniel entscheidet sich dazu, die Wahrheit herauszufinden.

Wie  geht man mit einem erwachsenden Menschen um, wenn man nicht mit ihm reden kann? Wenn man etwas fragt, aber keine Antworten erhält? Wenn man viel Zeit mit einer Person verbringt, ohne je mit ihr auch nur eine Unterhaltung geführt zu haben? Und was macht man, wenn eine fremde Person auftaucht und behauptet, der Mensch, den du betreust, ist gar nicht der, für den du ihn hältst?

All das passiert Daniel in Delfinarium. Ein Junge, gerade mal zwanzig Jahre alt, der sich nicht entscheiden kann, was er mit seinem Leben machen möchte. Jetzt muss er über das Schicksal einer erwachsenden Frau entscheiden, die nicht für sich selber sprechen kann. Michael Weins erzählt diese Geschichte aus der Sicht von Daniel, und schafft dabei eine stimmungsvolle Kulisse. Das Alte Land, südlich der Elbe in Hamburg und Niedersachsen gelegen, ist als Schauplatz gut gewählt, denn die Bewohner stecken zwischen dem guten Alten und der Aufruhr gegen die geplante Landebahnverlängerung der Airbus Werft.

Die Sprache in dem Roman ist einerseits voller Gefühl,  andererseits auch humorvoll. Es geht ums erwachsen werden, um Freundschaft und darum, Entscheidungen zu treffen. Am Ende bleibt: Menschen machen Fehler, und für die sollten wir einstehen. Dabei sollten wir das Wohl der anderen Menschen nicht vergessen – egal, ob sie mit uns sprechen können oder nicht.

 Quelle Foto: mairisch Verlag

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