Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Originaltitel: Hundraårigen som klev ut genom fönstret och försvann
Verlag:  carl’s books (29. August 2011)
Seitenzahl: 426
ISBN: 3570585018


An seinem hundertjährigen Geburtstag steigt Allan Karlsson aus dem Fester seines Zimmers, denn auf eine Feier mit den Alten, Schwester Alice und den Lokalreportern im Altenheim hat er nun wirklich keine Lust. Der alte Mann macht sich auf dem Weg seine neugewonnene Freiheit zu genießen – doch bald muss er sich vor ganz Schweden verstecken. Das kann Allan aber nicht verunsichern, denn er hat in seinen 100 Jahren schon einiges erlebt.

Jonas Jonasson hat mit seinem ersten Roman bewiesen, dass er ein großartiger Geschichtenerzähler ist und wie ein Meister mit der Sprache umgehen kann. Während des Lesens springt der Leser von dem Jahr 2005, in dem Allan aus dem Fester steigt, immer wieder zu einzelnen Stationen in Allans Leben. Dabei fängt es mit seiner Geburt an und endet im Jahr 2005. Das Springen in den Zeiten macht das Buch sehr lebendig. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie die einzelnen Handelsstränge dann irgendwann zusammen passen, doch nachdem ich das Buch beendet habe, macht diese kuriosen Geschichten hundertprozentig Sinn.

Neben der unglaublichen, aufregenden Geschichte des Allan Karlsson steht eine Sprache, die nicht emotionsloser sein könnte. Paradox? Nein, ganz und gar nicht. Es passt alles zusammen und die feinen Striche ergeben am Ende ein gut durchdachtes Bild.

Das einzige Manko des Romans ist die Länge. Die ersten 200 Seiten verliefen wie im Flug, danach allerdings wurde es langatmig. Nach weiten 100 Seiten wollte ich einfach nur fertig sein. So wundervoll der Roman auch ist – die Art, in dem er geschrieben wurde, passt eher zu einem kürzeren Buch.  Aber nun ja, wie will man die aufregenden 100 Jahre des alten Karlssons auch in 200 Seiten packen?

Auch wenn ich Jonas Jonasson so lobe, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Wibke Kuhn die mehr als 400 Seiten hervorragend übersetzt hat. Die Geschichte lebt von der gleichgültigen Erzählweise des Autors, und ohne die Arbeit von Wibke Kuhn hätten die deutschen Leser entweder auf den Roman verzichten, oder aber Schwedisch lernen müssen.

 Quelle Foto: Random House 

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2 Gedanken zu “Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

  1. Eine sehr schöne Rezension.
    Ein Buch, welches ich schon immer mal wieder in der Hand hatte, es aber doch noch nie gekauft habe. Vielleicht sollte ich das wirklich mal ändern!
    Liebe Grüße,
    Jana

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