Arnaldur Indriðason: Kälteschlaf

Originaltitel: Harðskafi
Verlag:  Bastei Lübbe (18. Februar 2011)
Seitenzahl: 385
ISBN: 3404165462


Eine junge Frau wird erhängt in ihrem Ferienhaus am See von Þingvellir gefunden. Es sieht alles nach Selbstmord aus, doch als eine Freundin der Toten Kommissar Erlendur ein Mitschnitt einer Séance übergibt, wird das Interesse des Kommissars geweckt. Die Tote war nicht nur bei einem Medium – ihr Interesse am Tod scheint mehr als normal zu sein.

Obwohl ich Island schon lange faszinierend finde und auch schon ewig einen Island-Krimi ungelesen im Regal stehen hatte, war Kälteschlaf mein erster Island-Krimi. Nordische Autoren haben ja den Ruf, besonders grausige Krimis zu schreiben. „Kälteschlaf“ ist jedoch kein grausamer Krimi, sondern einer, der von zwischenmenschlichen Beziehungen handelt. Kommissar Erlendur wird von privaten Problemen und Ängsten eingeholt, aber auch einer seiner ersten Fälle macht ihm wieder zu schaffen. Noch dazu setzt er sich mit spiritistischen Praktiken auseinander, sieht das ganze jedoch als großes Hirngespinst.

Das Schöne an diesem Krimi ist also nicht der Fall an sich, sondern die Atmosphäre, die Arnaldur Indriðason dem Leser vermittelt. Die Charaktere sind liebevoll und nachvollziehbar, und obwohl man natürlicherweise miträtselt, ob es sich bei der Toten im Ferienhaus tatsächlich um Selbstmord handelt oder nicht, lässt der Autor genug offen, um zwar nah an der Lösung zu sein, nicht aber schon vor der letzten Seite alles zu wissen. Insbesondere das letzte Drittel des Romans hat mich nicht mehr aus seinem Bann gelassen.

 Quelle Foto: Bastei Lübbe

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